Sägebock – Prionus coriarius
Der Sägebock (Prionus coriarius), auch Gerberbock genannt, gehört zur Familie der Bockkäfer (Cerambycidae) und zählt mit einer Körperlänge von etwa 18 bis 45 Millimetern zu den größten heimischen Bockkäfern. Seinen Namen verdankt er den kräftigen, deutlich gesägten Fühlern, die besonders bei den Männchen auffallen. Seine Färbung reicht von Dunkelbraun bis Schwarzbraun, wodurch er auf Baumrinde und am Waldboden hervorragend getarnt ist.
Lebensraum und Lebensweise
Der Sägebock kommt vor allem in Laub- und Mischwäldern mit alten Bäumen und reichlich Totholz vor. Auch alte Alleen und parkähnliche Landschaften können ihm geeignete Lebensräume bieten. Die ausgewachsenen Käfer sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Besonders in warmen Sommernächten können sie beim Flug beobachtet werden und werden gelegentlich von künstlichen Lichtquellen angelockt.
Eine Besonderheit des Sägebocks ist seine Fähigkeit, durch Reibung bestimmter Körperteile zirpende beziehungsweise knarrende Geräusche zu erzeugen.
Die Larven können mehrere Zentimeter lang werden und benötigen mehrere Jahre für ihre Entwicklung. Dabei ernähren sie sich von Holz und tragen auf natürliche Weise zu dessen Zersetzung bei. Nach der Verpuppung schlüpft schließlich der erwachsene Käfer.
Bedeutung für den Lebensraum Wald
Wie viele holzbewohnende Käferarten ist auch der Sägebock eng mit alten Bäumen, Wurzelholz und Totholz verbunden. Solche Strukturen sind wichtige Bestandteile naturnaher Wälder und bieten zahlreichen Insekten, Pilzen und anderen Organismen einen Lebensraum.
Durch seine ansehnliche Größe, die kräftigen Fühler und seine überwiegend nächtliche Lebensweise ist der Sägebock eine eindrucksvolle, aber häufig nur selten beobachtete Erscheinung unserer heimischen Käferwelt.