Gefleckter Sonnenzeiger (Trithemis kirbyi)
Der Gefleckte Sonnenzeiger ist eine auffällige, wärmeliebende Segellibelle aus der Familie der Libellulidae, die in den letzten Jahren zunehmend auch im südlichen Europa beobachtet wird. Mit einer Körperlänge von 30 bis 38 Millimetern und einer Hinterflügellänge von rund 25 bis 27 Millimetern gehört er zu den mittelgroßen Libellenarten. Besonders charakteristisch ist beim Männchen die leuchtend orangerote bis kirschrote Färbung von Kopf, Thorax und Hinterleib, dazu stark orange gefärbte Flügelbasen und deutlich rot getönte Flügeladern. Diese Kombination aus rotem Körper und bernsteinfarbenen Flügelfeldern macht die Art unverwechselbar. Weibchen sind gelblich bis olivbraun gefärbt und tragen deutlich schwächer ausgeprägte Flügelflecken; ihr Abdomen zeigt eine dunkle Mittelzeichnung, die ihnen ein gestreiftes Erscheinungsbild verleiht. Beide Geschlechter wirken schlank und elegant, mit breiten, klaren Flügeln und einer typischen, leicht abwärts gebogenen Brusthaltung.
Trithemis kirbyi bevorzugt sehr sonnige, warme Lebensräume wie felsige oder steinige Uferzonen, langsam fließende oder stehende Gewässer, Bewässerungskanäle und künstliche Wasserbecken. Ursprünglich in Afrika verbreitet, hat die Art ihr Areal im Zuge des Klimawandels deutlich nach Norden ausgedehnt und ist heute im Mittelmeerraum weit verbreitet; gelegentlich erfolgt auch Einflug in Mitteleuropa. Die Flugzeit reicht – in warmen Regionen – von Mai bis Oktober. Die Art zeigt ein ausgeprägtes thermophiles Verhalten: Männchen sitzen oft exponiert auf Steinen, Zweigen oder Uferrändern und nehmen bei großer Hitze die typische „Obelisthaltung“ ein, wobei sie das Abdomen steil nach oben richten, um Überhitzung zu vermeiden.
Die Nahrung besteht aus kleinen Fluginsekten wie Mücken, Fliegen und Zikaden, die im schnellen, wendigen Flug erbeutet werden. Die Fortpflanzung findet an warmen, nährstoffarmen Gewässern statt: Die Männchen verteidigen kleine Reviere am Ufer, während die Weibchen die Eier im Flug oder im Sitzen knapp über das Wasser abstreifen. Die Larven leben räuberisch am Gewässergrund und entwickeln sich relativ schnell, was der Art ermöglicht, auch temporäre Gewässer zu nutzen.
Der Gefleckte Sonnenzeiger gilt in Südeuropa nicht als bedroht, zeigt aber enge Bindung an warme, offene Habitate. Seine zunehmende Ausbreitung in Europa macht ihn zu einem interessanten Beispiel für klimabedingte Verschiebungen im Artenspektrum.