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Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus)

Der Hauhechel-Bläuling ist einer der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Bläulinge Europas. Er gehört zur Familie der Lycaenidae und ist in fast ganz Europa, Nordafrika sowie bis nach Zentralasien verbreitet. In Mitteleuropa fliegt er in mehreren Generationen von April bis Oktober und ist auf Wiesen, Wegrändern, Magerrasen und Brachflächen zu finden, wo seine Raupenfutterpflanzen – vor allem die Gewöhnliche Hauhechel (Ononis spinosa), aber auch andere Leguminosen – wachsen.

Die Flügelspannweite beträgt 28–36 mm. Die Männchen sind an der leuchtend blau-violetten Oberseite der Flügel leicht zu erkennen, die bei gutem Licht metallisch schimmert. Der Rand ist schmal schwarz und mit einer feinen weißen Saumlinie begrenzt. Weibchen hingegen zeigen meist eine bräunliche Oberseite mit variabler blauer Bestäubung im Basalbereich und orangefarbenen Flecken entlang des Flügelrandes. Die Unterseiten beider Geschlechter sind grau bis hellbraun mit schwarzen Punkten, einem weißen Rand und einer Reihe orangefarbener Submarginalflecken, die charakteristisch für die Art sind.

Die Raupen sind kurz, gedrungen und grün gefärbt, mit feiner gelblicher Zeichnung. Sie leben meist verborgen an den Blättern der Futterpflanzen und werden häufig von Ameisen betreut, mit denen sie in symbiotischer Beziehung stehen: Die Raupen scheiden eine zuckerhaltige Substanz aus, die von den Ameisen aufgenommen wird, während diese im Gegenzug die Raupen vor Fressfeinden schützen. Die Verpuppung erfolgt am Boden oder in Pflanzennähe in einem dünnen Gespinst.

Der Falter überwintert als Puppe und bildet je nach Witterung zwei bis drei Generationen pro Jahr. Der Hauhechel-Bläuling gilt als typischer Vertreter extensiv bewirtschafteter Kulturlandschaften und ist ein wichtiger Indikator für artenreiche Wiesen. Obwohl er derzeit noch häufig ist, kann der Rückgang blütenreicher Lebensräume lokal zu Bestandsabnahmen führen.