Labkrautschwärmer (Hyles gallii)
Der Labkrautschwärmer (Hyles gallii) ist ein mittelgroßer Nachtfalter aus der Familie der Schwärmer (Sphingidae). Er erreicht eine Flügelspannweite von 60–80 mm und zeichnet sich durch seine stromlinienförmige Körperform und kräftigen Flügel aus. Die Vorderflügel sind olivbraun mit hellen, beigefarbenen Längsbändern, während die Hinterflügel leuchtend rosa bis rot gefärbt sind und einen dunklen Rand besitzen. Der Körper ist kräftig, mit weißen Seitenstreifen und einer markanten, spitzen Hinterleibsform.
Labkrautschwärmer sind dämmerungs- und nachtaktive Schnellflieger, die sich von Blütennektar ernähren. Sie schwirren ähnlich wie Kolibris vor Blüten und nutzen ihren langen Saugrüssel, um Nektar aus tiefen Blütenkelchen zu saugen. Besonders häufig besuchen sie Pflanzen wie Geißblatt, Lichtnelke oder Phlox.
Die Raupen des Labkrautschwärmers sind auffällig gefärbt und können bis zu 80 mm lang werden. Sie variieren in ihrer Färbung, sind aber meist schwarz oder grün mit gelben Seitenflecken und einem charakteristischen, nach hinten gerichteten Horn am Hinterleib. Als Futterpflanzen nutzen sie vor allem Labkräuter (Galium), aber auch Weidenröschen und andere krautige Pflanzen.
Die Art ist in Europa, Asien und Nordamerika verbreitet und bevorzugt offene Landschaften wie Wiesen, Waldränder, Dünen und Gebirgstäler. Der Labkrautschwärmer ist ein Wanderfalter, dessen Populationen je nach Witterung und Nahrungsangebot stark schwanken. In warmen Jahren kann er in nördliche Regionen einwandern und sich dort zeitweise fortpflanzen.
Die Verpuppung erfolgt im Boden oder in der Laubstreu, wo die Raupe sich in einer lockeren Erdhöhle verpuppt. In wärmeren Regionen kann es zwei Generationen pro Jahr geben, während in kühleren Gebieten nur eine Generation auftritt. Die Puppe überwintert, bevor der Falter im Frühjahr schlüpft.
Obwohl der Labkrautschwärmer nicht als gefährdet gilt, können intensive Landwirtschaft und Pestizide seine Lebensräume beeinträchtigen. Wildblumenreiche Flächen und nährstoffarme Wiesen tragen zum Erhalt dieser faszinierenden Schwärmerart bei.