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Schachbrett (Melanargia galathea)

Der Schachbrettfalter, auch Damenbrett genannt, ist ein auffälliger Tagfalter aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae) und gehört zur Unterfamilie der Augenfalter (Satyrinae). Seine Flügel sind charakteristisch schwarz-weiß gezeichnet, was ihm den deutschen Namen eintrug. Die Spannweite beträgt etwa 45 bis 55 Millimeter. Die Oberseiten der Flügel zeigen ein kontrastreiches Schachbrettmuster, während die Unterseiten der Hinterflügel heller und fein nuanciert sind – mit grauen und beigefarbenen Feldern sowie kleinen Augenflecken, die zur Tarnung beitragen. Weibchen sind meist etwas größer und dunkler gefärbt als die Männchen.

Der Schachbrettfalter besiedelt bevorzugt blütenreiche, trockene bis mäßig feuchte Wiesen, Kalkmagerrasen und lichte Waldränder. Er ist in weiten Teilen Europas verbreitet, von der Iberischen Halbinsel bis nach Vorderasien, in den Alpen bis etwa 1800 Meter Höhe. Seine Flugzeit reicht von Juni bis August, wobei nur eine Generation pro Jahr ausgebildet wird. Die Falter sind häufig an Disteln, Flockenblumen und Skabiosen zu beobachten, wo sie Nektar saugen.

Die Eiablage erfolgt einzeln oder lose über Grasflächen, ohne dass die Weibchen gezielt Pflanzen ansteuern. Nach kurzer Zeit schlüpfen die Raupen und überwintern bereits im ersten Larvenstadium, ohne zuvor zu fressen. Erst im Frühjahr beginnen sie mit der Nahrungsaufnahme – vor allem an verschiedenen Süßgräsern wie Wiesen-Schwingel, Knäuelgras und Rispengräsern. Die Entwicklung verläuft langsam, die Verpuppung erfolgt bodennah in lockerer Gespinsthülle.

Der Schachbrettfalter gilt als häufig und ungefährdet, hat jedoch in manchen Regionen durch die Intensivierung der Landwirtschaft und den Rückgang extensiver Wiesenlandschaften deutliche Bestandsrückgänge erfahren. Er ist ein typischer Indikator für artenreiche, ungedüngte Wiesen und ein wichtiger Bestandteil der sommerlichen Blütenfauna Mitteleuropas.