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Spiegelfleck-Dickkopffalter (Heteropterus morpheus)

Der Spiegelfleck-Dickkopffalter ist ein unverwechselbarer Tagfalter aus der Familie der Dickkopffalter (Hesperiidae) und fällt durch seine auffällig gespiegelte Flügelzeichnung auf. Mit einer Flügelspannweite von 28 bis 32 Millimetern zählt er zu den mittelgroßen Arten seiner Familie. Die Oberseiten der Flügel sind unscheinbar dunkelbraun, doch beim Sitzen zeigt der Falter meist die Unterseite: Diese ist hellgelb bis cremefarben und mit mehreren silbrig-weißen, spiegelartig glänzenden Flecken gezeichnet, die von feinen braunen Linien umrahmt werden – ein sicheres Erkennungsmerkmal. Der Körper ist gedrungen, mit kräftigem Brustabschnitt und kurzem, leicht behaartem Hinterleib; die Fühler enden in stumpfen, leicht gebogenen Kolben.

Heteropterus morpheus bevorzugt feuchte, sonnige Wiesen, Niedermoore, Schilfränder und nasse Waldränder mit reicher Vegetation. Er fliegt in einer Generation von Juni bis August. Die Falter zeigen ein charakteristisches, „wippendes“ Flugverhalten mit kurzen, ruckartigen Bewegungen, was sie leicht von anderen Dickkopffaltern unterscheidet. Die Weibchen legen ihre Eier an Süßgräser wie Binsen-Segge (Carex) oder verschiedene Riedgräser, vor allem an Pfeifengras (Molinia caerulea). Die Raupen leben versteckt in zusammengerollten Blättern, überwintern in der Strohnarbe der Futterpflanzen und verpuppen sich im Frühjahr in einem lockeren Gespinst am Boden.

Der Spiegelfleck-Dickkopffalter war früher weit verbreitet, ist aber heute in vielen Regionen Mitteleuropas stark zurückgegangen. Hauptursachen sind die Entwässerung feuchter Wiesen, intensive Landwirtschaft und Verbuschung brachgefallener Feuchtflächen. In Deutschland steht die Art auf der Vorwarnliste der Roten Liste. Er profitiert von extensiver Wiesennutzung, spätmähigen Feuchtwiesen und Erhalt naturnaher Moorlandschaften.