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Winkerkrabbe (uca)

Die Winkerkrabben sind eine Gruppe kleiner, auffällig dimorpher Krabben aus der Familie der Ocypodidae, die weltweit in tropischen und subtropischen Küstenregionen vorkommen. Es gibt über 100 Arten, die vor allem in Mangrovensümpfen, Wattflächen, Salzmarschen und Flussmündungen leben. Winkerkrabben erreichen je nach Art eine Körpergröße von 1–5 cm. Charakteristisch ist der extreme Sexualdimorphismus: Männchen tragen eine stark vergrößerte Schere, die sie für Revierkämpfe und Balzbewegungen einsetzen – das „Winken“ gab der Krabbengruppe ihren deutschen Namen. Weibchen besitzen zwei gleich große, kleinere Scheren.

Der Körper der Winkerkrabbe ist kompakt, seitlich abgeflacht und oft in Tarnfarben gehalten – von grau und braun bis rötlich oder grünlich. Die Beine sind lang und schlank, gut geeignet zum schnellen Laufen über den Schlamm. Die Augen sitzen auf langen Stielen und bieten ein breites Sichtfeld. Die eine Schere des Männchens kann fast so groß wie der restliche Körper sein und wird beim Drohen und Werben hoch über den Kopf gestreckt. Sie ist jedoch zum Fressen ungeeignet – dazu dient nur die kleinere Schere.

Winkerkrabben leben in selbst gegrabenen Röhren im feuchten Sediment, die sie bei Ebbe verlassen, um Nahrung zu suchen und zu balzen. Sie ernähren sich von organischem Detritus, Mikroalgen und Bakterien, die sie mit ihren kleinen Scheren aus dem Bodenschlamm filtern. Bei Flut ziehen sie sich in ihre Röhren zurück, die oft durch einen Pfropfen verschlossen werden.

Die Fortpflanzung erfolgt über externe Befruchtung. Das Weibchen trägt die befruchteten Eier unter dem Hinterleib, bis die Larven ins Wasser abgegeben werden. Diese entwickeln sich über mehrere Larvenstadien (Zoëa, Megalopa), bevor sie sich am Boden ansiedeln. Die Fortpflanzung ist stark von Gezeitenrhythmen abhängig.

Männliche Winkerkrabben winken mit ihrer großen Schere in auffälligen, artspezifischen Bewegungsmustern, um Weibchen anzulocken und Rivalen abzuschrecken. Die Bewegungen variieren zwischen Arten deutlich – ein Beispiel für sexuelle Selektion. Bei Bedrohung können sie sich blitzschnell in ihre Höhlen zurückziehen. Sollte die große Schere verloren gehen, kann die kleinere nachwachsen und sich zur neuen großen entwickeln.