Der Große Abendsegler (Nyctalus noctula)
Mit einer Flügelspannweite von bis zu 40 cm und einer Körperlänge von 6 bis 8 cm ist der Große Abendsegler eine der größten Fledermausarten Mitteleuropas. Sein Fell ist kurz, dicht und in warmen Brauntönen gefärbt, oft mit einem goldbraunen bis rotbraunen Schimmer. Die Ohren sind relativ klein und abgerundet, während sein Gesicht dunkel und ausdrucksstark wirkt.
Seine Flügel sind lang und schmal, perfekt für schnelles und ausdauerndes Fliegen. Dadurch unterscheidet er sich von Arten mit breiteren Flügeln, die eher in engen Wäldern manövrieren. Der Große Abendsegler hingegen ist ein Offenlandjäger, der bevorzugt über Wiesen, Parks und an Waldrändern auf Nahrungssuche geht.
Wie sein Name schon verrät, wird der Große Abendsegler als eine der ersten Fledermausarten nach Sonnenuntergang aktiv. Er startet oft schon in der Dämmerung zu seinem Jagdflug und bleibt bis tief in die Nacht aktiv. Mit bis zu 50 km/h zählt er zu den schnellsten Fledermäusen Europas.
Seine Hauptnahrung besteht aus Fluginsekten wie Käfern, Nachtfaltern und Mücken. Dabei nutzt er seine Echoortung, um Beute in der Dunkelheit präzise zu orten. Im Gegensatz zu vielen anderen Fledermäusen kann der Abendsegler auch bei schlechtem Wetter und in großer
Der Große Abendsegler ist eine anpassungsfähige Fledermausart und bewohnt unterschiedlichste Lebensräume. Er bevorzugt alte Baumhöhlen in Wäldern, ist aber auch in Städten anzutreffen, wo er sich in Dachstühlen, Fassadenspalten oder Nistkästen versteckt. Tagsüber schläft er in diesen Quartieren kopfüber hängend, gut versteckt vor Fressfeinden.
Im Spätsommer beginnt die Paarungszeit, bei der sich Männchen lautstark aus ihren Quartieren melden. Die eigentliche Befruchtung findet jedoch erst im Frühjahr statt, da die Weibchen den Samen des Männchens speichern können. Nach einer Tragzeit von etwa 50 bis 60 Tagen bringt das Weibchen im Juni oder Juli meist ein bis zwei Jungtiere zur Welt. Diese wachsen schnell heran und können bereits nach 4 bis 5 Wochen selbstständig fliegen.
Obwohl der Große Abendsegler eine weit verbreitete Art ist, steht er unter Druck. Der Verlust alter Baumhöhlen, intensive Forstwirtschaft und der Einsatz von Pestiziden, die seine Beutetiere verringern, gefährden seine Bestände. Besonders Windkraftanlagen sind eine Gefahr: Viele Abendsegler sterben an den Rotorblättern, da sie durch die Luftdruckveränderungen getötet werden, selbst wenn sie nicht direkt getroffen werden.