Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)
Die Wasserfledermaus ist eine mittelgroße Fledermausart, die durch ihre enge Bindung an Gewässer auffällt. Mit einer mittleren Körperlänge von etwa 4,5–5,5 cm (ohne Schwanz) und einer Flügelspannweite von 24–27 cm wirkt sie zierlich, aber äußerst wendig im Flug. Ihr Gewicht liegt meist zwischen 6 und 12 Gramm.
Das Fell der Wasserfledermaus ist auf der Oberseite braun bis graubraun, während die Unterseite deutlich heller, fast weißlich erscheint. Besonders auffällig sind die kurzen, runden Ohren und das flache Gesicht mit der leicht rosafarbenen Schnauze. Die Flügel sind relativ kurz und breit, was ihr eine hohe Manövrierfähigkeit verleiht.
Wie der Name bereits andeutet, jagt die Wasserfledermaus bevorzugt über ruhigen Gewässern, wie Flüssen, Seen oder Teichen. Mit ihren flinken Flügelbewegungen fliegt sie dicht über der Wasseroberfläche und fängt dabei Insekten, die sie entweder aus der Luft oder sogar direkt von der Wasseroberfläche aufnimmt. Ihre Beute besteht hauptsächlich aus Mücken, Fliegen und anderen kleinen Insekten, die sie mit ihrem fein abgestimmten Echoortungssystem ortet.
Tagsüber ruht die Wasserfledermaus in Baumhöhlen, Felsspalten oder Dachböden, während sie für die Winterruhe oft unterirdische Quartiere wie Höhlen oder Stollen aufsucht. Sie überwintert meist in kleinen Gruppen und hält dabei eine Körpertemperatur von nur wenigen Grad über dem Gefrierpunkt, um Energie zu sparen.
Obwohl die Wasserfledermaus weit verbreitet ist, ist sie durch Umweltveränderungen bedroht – insbesondere durch Gewässerverschmutzung und den Verlust geeigneter Quartiere. Trotzdem bleibt sie eine faszinierende Jägerin der Nacht, deren geschicktes Flugverhalten sie zu einer der elegantesten Fledermausarten Mitteleuropas macht.