Die Kegelrobbe (Halichoerus grypus)
Die Kegelrobbe (Halichoerus grypus) ist die größte Robbenart der Nordsee und gehört zur Familie der Hundsrobben (Phocidae). Mit ihrem massigen Körper und der markanten, kegelförmigen Schnauze ist sie leicht von anderen Robbenarten zu unterscheiden.
Kegelrobben erreichen eine Länge von bis zu 2,3 m und ein Gewicht von bis zu 300 kg, wobei Männchen deutlich größer und kräftiger sind als Weibchen. Ihr Fell ist graubraun bis silbrig mit unregelmäßigen dunklen Flecken, wobei die Musterung individuell unterschiedlich ist. Die Männchen haben eine ausgeprägte, wuchtige Kopfform mit einer langen, gebogenen Schnauze, die der Art ihren Namen gibt.
Die Kegelrobbe lebt vor allem in den kühlen Gewässern des Nordatlantiks, der Nordsee und der Ostsee. Sie bevorzugt Küsten mit Sandbänken, Felsen und kleinen Inseln, wo sie sich zum Ausruhen und zur Fortpflanzung an Land begibt. Im Wasser ist sie eine geschickte Jägerin und ernährt sich hauptsächlich von Fischen wie Heringen, Dorschen und Plattfischen.
Während der Paarungszeit im Herbst versammeln sich Kegelrobben in großen Kolonien an Land. Die Weibchen gebären ihre Jungen, die bei der Geburt ein schneeweißes Fell haben. Die Jungtiere werden etwa drei Wochen gesäugt und müssen danach schnell schwimmen und jagen lernen.
Dank intensiver Schutzmaßnahmen haben sich die Bestände der Kegelrobben in den letzten Jahrzehnten erholt. Heute sind sie ein Symbol für den Naturschutz in Europas Meeren und ein faszinierender Anblick an den Küsten.