Waschbär (Procyon lotor)
Der Waschbär ist ein mittelgroßes Raubsäugetier mit einem prägnaten Aussehen und einer hohen Anpassungsfähigkeit. Er erreicht eine Körperlänge von etwa bis 65 cm, hinzu kommt ein buschiger Schwanz bis 40 cm Länge. Das Gewicht variiert je nach Jahreszeit und Nahrungsangebot zwischen 4 und über 10 kg. Typisch sind die schwarz gefärbte „Gesichtsmaske“ um die Augen sowie der deutlich geringelte Schwanz. Das Fell ist überwiegend graubraun, dicht und wasserabweisend, was ihn gut gegen Kälte und Nässe schützt. Besonders auffällig sind die sehr beweglichen Vorderpfoten mit langen Fingern, die ein fast „händisches“ Greifen und Untersuchen von Nahrung ermöglichen.
Ursprünglich stammt der Waschbär aus Nordamerika, wurde jedoch im 20. Jahrhundert in Europa ausgesetzt und hat sich hier stark ausgebreitet. Heute kommt er in großen Teilen Deutschlands und Mitteleuropas vor. Er besiedelt Wälder, Auenlandschaften, landwirtschaftliche Gebiete und zunehmend auch Städte. Parks, Dachböden und Gärten die ihm ideale Bedingungen bieten.
Die Fortpflanzung findet meist im späten Winter statt. Nach einer Tragzeit von rund 65 Tagen bringt das Weibchen bis fünf Junge zur Welt. Die Jungtiere sind anfangs blind und hilflos, entwickeln sich jedoch schnell und bleiben mehrere Monate bei der Mutter. Waschbären können in freier Wildbahn bis 12 Jahre alt werden.
In Europa gilt der Waschbär als invasive Art. Durch seine hohe Anpassungsfähigkeit und fehlende natürliche Feinde kann er negative Auswirkungen auf heimische Tierarten haben, insbesondere auf Bodenbrüter, Amphibien und Reptilien. Daher wird sein Bestand in vielen Regionen reguliert. Gleichzeitig ist er ein gutes Beispiel dafür, wie flexibel sich Wildtiere an vom Menschen geprägte Landschaften anpassen können.