Wildschwein (Sus scrofa)
Das Wildschwein (Sus scrofa) ist ein kräftiges, anpassungsfähiges Säugetier aus der Familie der Schweine (Suidae) und einer der bekanntesten Waldbewohner Europas. Mit einer Körperlänge von 90 bis 180 Zentimetern, einer Schulterhöhe von bis zu 100 Zentimetern und einem Gewicht von 50 bis über 200 Kilogramm gehört es zu den größten Wildtieren Europas. Das borstige Fell ist meist grau bis schwarzbraun, bei Jungtieren auffällig hellbraun gestreift.
Wildschweine sind Allesfresser und ernähren sich von Wurzeln, Eicheln, Früchten, Insekten und gelegentlich kleinen Tieren. Sie sind bekannt für ihr charakteristisches Wühlen im Boden, mit dem sie Nahrung aufspüren. Sie leben in sozialen Familienverbänden, den sogenannten Rotten, die von einem erfahrenen Weibchen (Bache) geführt werden. Erwachsene Männchen (Keiler) leben meist allein.
Die Paarungszeit, auch Rauschzeit genannt, findet im Winter statt. Nach etwa vier Monaten Tragzeit bringt die Bache im Frühjahr 3 bis 8 Frischlinge zur Welt, die in einem geschützten Nest aufgezogen werden.
Wildschweine sind in weiten Teilen Europas verbreitet und durch ihre Anpassungsfähigkeit und hohe Fortpflanzungsrate zahlreich. Allerdings können sie in landwirtschaftlichen Gebieten Schäden verursachen und sind als Überträger von Krankheiten wie der Afrikanischen Schweinepest von Bedeutung. Sie spielen jedoch eine wichtige Rolle im Ökosystem.