Baumfalke (Falco subbuteo)
Der Baumfalke ist ein schlanker, wendiger Falke, der mit seiner aerodynamischen Körperform und den spitzen Flügeln perfekt an die Jagd im schnellen Flug angepasst ist. Er erreicht eine Körperlänge von etwa 30–35 cm, eine Flügelspannweite von 70–85 cm und ein Gewicht zwischen 150 und 300 g. Sein Gefieder ist oberseits dunkelgrau bis schwarzbraun, während die Unterseite hell mit feiner schwarzer Längsstrichelung ist. Besonders auffällig sind die rostrot gefärbten Unterschenkel („Hosen“) und die dunkle Kopfzeichnung mit einem deutlichen schwarzen Bartstreif.
Baumfalken sind hervorragende Flieger, die oft in rasantem Gleit- und Stoßflug Libellen, Käfer oder sogar schnelle Vögel wie Schwalben und Mauersegler erbeuten. Sie jagen bevorzugt in der Dämmerung, wenn viele Insekten in der Luft sind. Im Flug greifen sie ihre Beute oft mit den Fängen und verzehren sie direkt während des Fliegens.
Ihr Lebensraum umfasst offene Landschaften mit Waldrändern, Mooren oder Auen, aber auch Parklandschaften mit altem Baumbestand. Als geschickte Jäger benötigen sie ausgedehnte Jagdreviere mit hoher Insekten- und Kleinvogelpopulation. Zur Brutzeit, die in Mitteleuropa zwischen Mai und Juli liegt, nutzen sie meist alte Nester von Krähen oder Greifvögeln, da sie selbst keine Nester bauen. Das Gelege besteht in der Regel aus zwei bis vier Eiern, die vom Weibchen bebrütet werden, während das Männchen für die Nahrung sorgt.
Der Baumfalke ist ein Zugvogel und verlässt seine Brutgebiete in Europa ab Spätsommer, um in tropischen Regionen Afrikas zu überwintern. Sein Bestand gilt als stabil, doch durch Lebensraumverlust und Rückgang der Insektenpopulationen kann er in manchen Gebieten seltener werden.