Uhu (Bubo bubo)
Der Uhu (Bubo bubo) ist die größte Eulenart der Welt und gehört zur Familie der Eigentlichen Eulen. Er erreicht eine beeindruckende Körpergröße von 58–75 cm, eine Flügelspannweite von 140–188 cm und ein Gewicht zwischen 1,5 und 4 kg, wobei Weibchen meist größer und schwerer sind als Männchen. Sein Gefieder ist oberseits braun mit dunkler Fleckung, die Unterseite heller mit dunklen Längsstreifen, was ihm eine hervorragende Tarnung bietet. Auffällig sind die großen, leuchtend orangefarbenen Augen, die nach vorne gerichteten Federohren und der kräftige, hakige Schnabel.
Als typischer Nachtjäger ist der Uhu ein lautloser Flieger, der sich mit seinen breiten Flügeln und der speziellen Federstruktur geräuschlos durch die Nacht bewegt. Seine Hauptbeute besteht aus Kleinsäugern wie Mäusen, Kaninchen und Igeln, aber auch Vögel bis zur Größe von Krähen oder Enten werden geschlagen. In manchen Regionen jagt er sogar kleinere Greifvögel oder Reptilien. Sein scharfer Blick und das exzellente Gehör ermöglichen es ihm, Beute selbst in völliger Dunkelheit präzise zu orten.
Der Uhu bevorzugt felsige Landschaften, Wälder, Moore und offene Kulturlandschaften mit ausreichend Jagdgebieten. Er brütet meist in Felshöhlen, alten Greifvogelhorsten oder auf dem Boden. Die Brutzeit beginnt im späten Winter oder frühen Frühjahr, und das Weibchen legt meist 2–4 Eier, die es etwa 35 Tage lang bebrütet. Die Jungvögel sind nach etwa zehn Wochen flugfähig, bleiben aber oft noch einige Monate bei den Eltern.
Der Uhu war lange Zeit in vielen Regionen Europas selten oder ausgestorben, da er stark bejagt wurde und seine Lebensräume zerstört wurden. Durch Schutzmaßnahmen und Wiederansiedlungsprogramme haben sich die Bestände vielerorts erholt. Dennoch ist er weiterhin durch illegale Verfolgung, Stromleitungen und Lebensraumverlust gefährdet. Als anpassungsfähiger Jäger besiedelt er zunehmend auch urbane Gebiete und jagt in Parks oder an Stadträndern.