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Löffler (Platalea leucorodia)

Der Löffler (Platalea leucorodia) ist ein auffälliger, mittelgroßer Schreitvogel aus der Familie der Ibisse und Löffler (Threskiornithidae). Er erreicht eine Körperlänge von 80–93 cm, eine Flügelspannweite von 120–135 cm und ein Gewicht zwischen 1,2 und 1,8 kg. Sein Gefieder ist reinweiß, die langen Beine sind schwarz, und der namensgebende Schnabel ist lang, abgeflacht und löffelförmig verbreitert. Während der Brutzeit entwickelt der Löffler einen zarten gelblichen Brustfleck und einen markanten Federschopf am Hinterkopf.

Löffler sind spezialisierte Nahrungssucher, die mit ihrem einzigartigen Schnabel flache Gewässer nach Kleintieren durchkämmen. Sie bewegen ihren Schnabel seitlich durch das Wasser und filtern dabei kleine Fische, Krebstiere, Wasserinsekten und Weichtiere heraus. Diese Methode der „Sichelbewegung“ macht sie besonders effizient in seichten Lagunen, Flussmündungen und Süßwassersümpfen.

Die Brutzeit beginnt im späten Frühjahr, wobei Löffler in Kolonien brüten, oft gemeinsam mit Reihern oder anderen Wasservögeln. Die Nester werden auf Bäumen, Büschen oder in dichten Schilfbeständen errichtet. Das Weibchen legt 3–5 Eier, die von beiden Eltern etwa 24 Tage lang bebrütet werden. Die Jungvögel verlassen das Nest nach etwa fünf Wochen, sind aber noch für einige Zeit von den Eltern abhängig.

Der Löffler ist in Europa, Asien und Afrika verbreitet, wobei die europäischen Populationen überwiegend in Südeuropa, an der Nordseeküste und in den Niederlanden brüten. In Mitteleuropa ist er selten, doch durch Schutzmaßnahmen haben sich einige Populationen wieder ausgebreitet. Die Vögel sind Teilzieher: Während einige Standvögel sind, ziehen andere im Winter in wärmere Regionen Nordafrikas und Südwestasiens.

Die Hauptbedrohungen für den Löffler sind der Verlust von Feuchtgebieten durch Trockenlegung, Umweltverschmutzung und Störungen in Brutgebieten. Schutzmaßnahmen wie die Renaturierung von Feuchtgebieten und die Ausweisung von Schutzgebieten haben in den letzten Jahrzehnten geholfen, die Bestände stabil zu halten oder sogar zu erhöhen.