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Mittelmeermöwe

Die Mittelmeermöwe (Larus michahellis) ist eine große Möwenart aus der Familie der Laridae und gehört zur Gruppe der sogenannten „Weißkopfmöwen“. Sie ähnelt stark der in Mitteleuropa verbreiteten Silbermöwe, ist jedoch genetisch und morphologisch eigenständig. Die Art kommt hauptsächlich im Mittelmeerraum sowie an angrenzenden Atlantikküsten vor, breitet sich aber zunehmend nordwärts aus.


Merkmale

Die Mittelmeermöwe erreicht eine Körperlänge von 55–67 cm, eine Flügelspannweite von 130–155 cm und ein Gewicht von 800 bis 1.500 g. Adulte Vögel zeigen ein hellgraues Rückengefieder, einen weißen Kopf sowie weiße Unterseiten. Der Schnabel ist kräftig und gelb mit rotem Gonysfleck, die Beine sind gelblich – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zur Silbermöwe, bei der die Beine oft fleischfarben sind. Der Kopf bleibt im Winter meist reinweiß, im Gegensatz zur oft gestrichelten Kopfzeichnung der Silbermöwe. Jungvögel sind zunächst braun gescheckt und durchlaufen mehrere Altersstufen, bis sie im 4. Kalenderjahr das adult-typische Gefieder tragen.


Lebensraum und Verbreitung

Ursprünglich war die Mittelmeermöwe eine typische Küstenart des Mittelmeers, Schwarzen Meeres und Nordwestafrikas. Heute hat sie ihr Brutareal deutlich erweitert und kommt auch entlang des Atlantiks, in Südfrankreich, auf den Kanarischen Inseln und gelegentlich in Mitteleuropa vor – etwa als Brutgast in Deutschland, der Schweiz oder Österreich. Sie brütet auf Felseninseln, Dächern, in Häfen oder sogar im städtischen Raum.


Lebensweise

Mittelmeermöwen sind Allesfresser mit starkem Fokus auf tierischer Kost. Sie ernähren sich von Fischen, Abfällen, Insekten, Aas, Küken anderer Vögel und gelegentlich auch von Pflanzen. Sie sind geschickte Flieger und häufig auch im Binnenland auf Müllkippen, Feldern oder Seen anzutreffen. Durch ihre Anpassungsfähigkeit sind sie erfolgreiche Kulturfolger geworden.

Die Brutzeit beginnt je nach Region im März oder April. Das Nest wird auf dem Boden, Felsen oder Gebäuden angelegt und mit Pflanzenteilen ausgepolstert. Das Gelege besteht aus 2–3 Eiern, die rund 25–30 Tage bebrütet werden. Die Jungen bleiben etwa 6 Wochen im Nestbereich und werden von beiden Eltern gefüttert.