Silbermöwe (Larus argentatus)
Die Silbermöwe ist eine große, kräftig gebaute Möwenart aus der Familie der Möwen (Laridae) und eine der bekanntesten Küstenvögel Europas. Mit einer Körperlänge von etwa 55 bis 67 Zentimetern und einer Flügelspannweite von rund 125 bis 155 Zentimetern ist sie deutlich größer als Lach- oder Sturmmöwe, aber kleiner als die Mantelmöwe. Das adulte Gefieder ist kontrastreich: Rücken und Flügeldecken sind hell silbergrau, Kopf, Hals und Unterseite reinweiß. Die Augen wirken hellgelb und verleihen der Art einen wachsamen Ausdruck. Jungvögel zeigen über mehrere Jahre ein braun geschecktes Jugendkleid, bevor sie das endgültige Erwachsenenkleid erreichen.
In der Ernährung ist die Silbermöwe ein typischer Opportunist. Sie frisst Fische, Krebstiere, Weichtiere, Würmer, Insekten, Eier und Jungvögel anderer Arten, nutzt aber ebenso Aas, Abfälle und menschliche Nahrungsreste. Dieses flexible Nahrungsspektrum hat wesentlich zur Bestandszunahme und zur Ausbreitung in urbane Räume beigetragen.
Die Silbermöwe gilt europaweit als nicht gefährdet, zeigt jedoch regional unterschiedliche Trends. In einigen Gebieten nehmen die Bestände zu, was zu Konflikten mit dem Menschen führen kann, während sie andernorts durch Veränderungen im Nahrungsangebot oder durch Lebensraumverluste zurückgeht.