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Kolkrabe (Corvus corax)

Der Kolkrabe (Corvus corax) ist der größte Vertreter der Rabenvögel und erreicht eine Körperlänge von 54–67 cm, eine Flügelspannweite von 115–150 cm und ein Gewicht von 0,8 bis 1,5 kg. Sein Gefieder ist glänzend schwarz mit metallischem Schimmer, sein kräftiger, leicht gebogener Schnabel hebt ihn von kleineren Raben- und Krähenarten ab. Besonders auffällig sind sein keilförmiger Schwanz und das dichte Kehlgefieder, das er bei Rufen aufplustert.

Kolkraben sind äußerst intelligente und anpassungsfähige Vögel, die ein komplexes Sozialverhalten zeigen. Sie leben meist in Paaren oder kleinen Gruppen, außerhalb der Brutzeit können sie sich zu größeren Schwärmen zusammenschließen. Ihr Lebensraum reicht von Wäldern und Gebirgen bis hin zu Küsten und Steppen. Früher wurden sie durch Bejagung aus vielen Regionen Europas verdrängt, erholen sich aber dank Schutzmaßnahmen wieder.

Die Nahrung des Kolkraben ist äußerst vielseitig und umfasst Aas, Insekten, Kleintiere, Eier, Früchte und Samen. Sie verstecken überschüssige Nahrung und nutzen Werkzeuge, um an Futter zu gelangen. Ihr Repertoire an Lautäußerungen ist umfangreich und umfasst raue Rufe, klickende Laute und sogar Imitationen anderer Tiere.

Die Brutzeit beginnt im frühen Frühjahr. Kolkraben bauen große, stabile Nester aus Ästen, meist auf hohen Bäumen oder Felsklippen. Das Weibchen legt 3–7 Eier, die es etwa drei Wochen lang bebrütet. Die Jungen bleiben nach dem Schlüpfen noch mehrere Monate bei den Eltern, bevor sie selbstständig werden. Kolkraben sind langlebig und können in freier Natur über 20 Jahre alt werden.