Flussregenpfeifer (Charadrius dubius)
Der Flussregenpfeifer ist ein kleiner, wendiger Watvogel, der durch seine zierliche Gestalt und den auffälligen gelben Augenring gut zu erkennen ist. Er erreicht eine Körperlänge von etwa 14 bis 16 cm und eine Flügelspannweite von rund 40 bis 45 cm. Das Gefieder ist oberseits sandbraun bis graubraun und sorgt für eine hervorragende Tarnung auf kiesigen Untergründen. Die Unterseite ist weiß, während Brust und Kopf durch markante schwarze und weiße Zeichnungen kontrastreich gegliedert sind. Besonders charakteristisch ist der leuchtend gelbe, unbefiederte Augenring sowie der schwarze Schnabel mit heller Basis.
Der Flussregenpfeifer ist spezialisiert auf offene, vegetationsarme Lebensräume. Ursprünglich besiedelte er natürliche Kies- und Sandufer von Flüssen, doch durch Flussregulierungen sind solche Habitate selten geworden. Heute findet man ihn häufig auch in Ersatzlebensräumen wie Kiesgruben, Baggerseen, Baustellen oder Industriebrachen. Entscheidend ist das Vorhandensein offener, trockener Flächen mit wenig Bewuchs.
Die Brut erfolgt am Boden. Das Nest ist eine einfache Mulde im Kies, oft nur spärlich mit kleinen Steinen ausgelegt. Das Weibchen legt meist 3 bis 5 Eier, die durch ihre gesprenkelte Färbung perfekt getarnt sind. Beide Eltern brüten etwa 24 bis 26 Tage. Die Küken sind Nestflüchter und verlassen kurz nach dem Schlüpfen das Nest, bleiben aber in der Nähe der Eltern. Bei Gefahr zeigen die Altvögel oft ein Ablenkungsverhalten, um Feinde vom Nachwuchs wegzulocken.
Der Flussregenpfeifer ist in Europa weit verbreitet, jedoch regional gefährdet. Er ist ein Langstreckenzieher und überwintert in Afrika südlich der Sahara. In Mitteleuropa trifft er im Frühjahr ein und verlässt die Brutgebiete bereits im Spätsommer wieder.