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Kiebitzregenpfeifer (Pluvialis squatarola)

Der Kiebitzregenpfeifer (Pluvialis squatarola) ist ein kräftig gebauter Watvogel aus der Familie der Regenpfeifer (Charadriidae). Er erreicht eine Körperlänge von 26–29 cm, eine Flügelspannweite von 56–63 cm und ein Gewicht zwischen 190 und 280 g. In seinem auffälligen Prachtkleid ist er leicht zu erkennen: Rücken und Flügel sind schwarz-weiß gescheckt, während Gesicht, Kehle, Brust und Bauch tiefschwarz gefärbt sind, eingerahmt von einer weißen Seitenlinie. Im Schlichtkleid hingegen ist der Vogel insgesamt graubraun mit heller Unterseite und deutlich weniger kontrastreich. Der Schnabel ist kräftig und schwarz, die Augen groß und dunkel, was dem Vogel ein wachsames Erscheinungsbild verleiht.

Kiebitzregenpfeifer brüten in der arktischen Tundra Eurasiens und Nordamerikas auf trockenem, moos- und flechtenbewachsenem Boden. Die Brutzeit beginnt im Juni, sobald der Boden weitgehend schneefrei ist. Das Nest ist eine flache Mulde im Boden, in die das Weibchen 3–4 gut getarnte Eier legt. Beide Eltern beteiligen sich an der Brut und der Führung der Küken, die kurz nach dem Schlüpfen selbstständig Nahrung suchen.

Während des Zuges und in den Überwinterungsgebieten bevorzugt die Art offene, küstennahe Lebensräume wie Wattflächen, Salzwiesen, Sand- und Schlickstrände. Dort ernährt sie sich von Ringelwürmern, Krebstieren, Muscheln und Insekten, die sie mit dem kurzen Schnabel vom Boden aufnimmt. Auch in Binnenland auf kurzrasigen Wiesen oder Schlammflächen kann man sie während des Durchzugs beobachten.

Der Kiebitzregenpfeifer ist ein ausgeprägter Zugvogel. Die Brutvögel der Arktis ziehen im Herbst in großen Trupps südwärts, viele überwintern entlang der Küsten Afrikas, Südasiens oder in Südwesteuropa. Im Frühling kehren sie über ähnliche Routen zurück in ihre Brutgebiete.

Obwohl die Art global als ungefährdet gilt, ist sie regional durch Lebensraumverluste in Rast- und Überwinterungsgebieten sowie durch Störungen an den Küsten gefährdet. Schutzmaßnahmen an Wattenmeeren, gezielte Lenkung des Tourismus und der Erhalt von Feuchtgebieten sind für die Erhaltung dieser beeindruckenden Zugvogelart von zentraler Bedeutung.