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Rosaflamingo (Phoenicopterus roseus)

Der Rosaflamingo ist der größte und am weitesten verbreitete Flamingo Europas und gehört zur Familie der Flamingos (Phoenicopteridae). Er erreicht eine beeindruckende Körperlänge von 120–145 cm, eine Flügelspannweite von 140–165 cm und ein Gewicht von 2 bis 4 kg. Erwachsene Vögel zeigen ein blassrosa Gefieder mit intensiv rosaroten bis karminroten Flügeldecken und schwarzen Handschwingen, die vor allem im Flug auffallen. Der lange Hals ist elegant gebogen, die Beine sind rosa, und der kräftige, nach unten gebogene Schnabel ist zweifarbig: rosa mit schwarzer Spitze.

Rosaflamingos sind Spezialisten für das Leben in seichten Salzgewässern wie Lagunen, Salinen, Brackwasserseen und Flussdeltas. Sie ernähren sich vorwiegend von kleinen wirbellosen Tieren wie Salinenkrebschen, Insektenlarven, Würmern und Kieselalgen, die sie mit ihrem stark gefilterten Schnabel aus dem Wasser sieben. Dabei stehen sie oft mit gesenktem Kopf im Wasser und bewegen ihn in seitlichen Pendelbewegungen. Die rosa Färbung stammt von den Carotinoiden in ihrer Nahrung.

Die Brutzeit beginnt je nach Region im Frühling oder Frühsommer. Rosaflamingos brüten in großen Kolonien, manchmal mit mehreren tausend Paaren. Das Nest besteht aus einem bis zu 30 cm hohen Schlammkegel mit einer flachen Mulde oben, in die meist ein einzelnes Ei gelegt wird. Beide Elternteile wechseln sich beim Brüten ab und füttern das Küken mit einer nahrhaften Kropfmilch. Die Jungvögel schließen sich nach wenigen Tagen zu sogenannten „Kindergärten“ (Crèches) zusammen, wo sie gemeinsam bewacht und gefüttert werden.

Der Rosaflamingo kommt in Südeuropa, Afrika, Südasien und dem Nahen Osten vor. In Europa gibt es stabile Brutkolonien, etwa in der Camargue (Frankreich), im Ebrodelta (Spanien) und in Süd- und Südostitalien. Auch in Deutschland sind Rosaflamingos regelmäßig in kleinen Gruppen zu sehen, vor allem als Gäste aus Zuchtfluchten oder auf dem Durchzug.

Die Art gilt nicht als gefährdet, doch ihre Brutplätze und Nahrungsgebiete sind empfindlich gegenüber Wasserstandsveränderungen, Störungen durch Menschen und Umweltverschmutzung. Schutzmaßnahmen wie die Ausweisung von Ruhezonen und Feuchtgebietsschutz haben in den letzten Jahrzehnten zur Erholung vieler Populationen beigetragen.