Berghänfling (Linaria flavirostris)
Der Berghänfling ist ein kleiner, unauffälliger Finkenvogel aus der Familie der Finken (Fringillidae), der vor allem durch seine Anpassung an raue, offene Landschaften auffällt. Mit einer Körperlänge von etwa 13 bis 14 Zentimetern ist er etwas kleiner und schlanker als der verwandte Bluthänfling. Das Gefieder ist überwiegend graubraun mit feiner dunkler Strichelung, wodurch der Vogel in seinem Lebensraum gut getarnt ist. Charakteristisch sind die gelblichen Flügelbinden und der gelblich getönte Schnabel, der vor allem im Winterhalbjahr auffällt und namensgebend ist. Männchen und Weibchen ähneln sich stark; ein auffälliger Geschlechtsdimorphismus wie beim Bluthänfling fehlt.
Der Berghänfling ist ein Bewohner offener, oft karger Landschaften. Sein Brutgebiet liegt vor allem in der arktischen Tundra, in subarktischen Regionen sowie in Hochlagen Skandinaviens, Islands und Nordrusslands. Dort brütet er in felsigen, grasreichen Arealen, Mooren und Zwergstrauchheiden. In Mitteleuropa tritt der Berghänfling ausschließlich als Wintergast auf. Er erscheint meist von Oktober bis März und hält sich dann bevorzugt an Küsten, auf Salzwiesen, Dünen, Stoppelfeldern und offenen Agrarflächen auf, oft in gemischten Trupps mit anderen Finkenarten.
Die Nahrung besteht überwiegend aus Samen von Gräsern, Kräutern und Wildpflanzen. Im Winter spielen auch Samen von Salicornia, Gänsefußgewächsen und Erntereste auf Feldern eine wichtige Rolle. Während der Brutzeit werden zusätzlich Insekten und andere kleine Wirbellose aufgenommen, die für die Aufzucht der Jungen wichtig sind. Der Berghänfling sucht seine Nahrung meist am Boden und wirkt dabei ruhig und unauffällig.
Die Brut erfolgt am Boden oder bodennah in dichter Vegetation. Das Nest wird gut versteckt aus Gräsern, Moos und Pflanzenfasern gebaut und mit feinem Material ausgepolstert. Das Gelege umfasst meist 4 bis 6 Eier, die vom Weibchen bebrütet werden. Nach dem Schlupf werden die Jungen von beiden Eltern versorgt.
Der Berghänfling gilt weltweit als nicht gefährdet, zeigt jedoch regionale Bestandsschwankungen, die stark von den Bedingungen in den Brutgebieten abhängen. In Mitteleuropa ist er ein typischer, aber unregelmäßiger Wintergast, dessen Auftreten von Wetterlagen und Nahrungsangebot beeinflusst wird.