Feldlerche (Alauda arvensis)
Die Feldlerche (Alauda arvensis) ist ein typischer Vogel offener Landschaften und gehört zur Familie der Lerchen (Alaudidae). Sie erreicht eine Körperlänge von etwa 16–18 cm, eine Flügelspannweite von 30–36 cm und ein Gewicht zwischen 30 und 50 g. Ihr Gefieder ist oberseits sandbraun mit dunkler Strichelung, wodurch sie auf dem Boden gut getarnt ist. Die Unterseite ist heller, oft gelblich-weiß mit leichter Brustzeichnung. Charakteristisch sind der eher kurze, leicht gegabelte Schwanz mit weißen Außenfedern und eine unscheinbare, aber aufstellbare Federhaube auf dem Kopf. Der Schnabel ist schlank und spitz, ideal für ihre vielfältige Ernährung.
Die Feldlerche ist vor allem für ihren auffälligen Singflug bekannt. Männchen steigen oft aus großer Höhe singend auf und verharren minutenlang rüttelnd in der Luft, bevor sie sich langsam mit angelegten Flügeln herabsinken lassen. Dieser Gesang dient sowohl der Reviermarkierung als auch der Partnerwerbung. Die Stimme ist melodisch, variantenreich und oft schon im zeitigen Frühjahr zu hören.
Als Bodenbrüter bevorzugt die Feldlerche offene, weitläufige Flächen mit niedriger Vegetation, darunter Wiesen, Weiden, Brachland und extensiv bewirtschaftete Felder. Ihr Nest baut sie gut getarnt in einer flachen Mulde am Boden. Die Brutzeit erstreckt sich von April bis Juli, wobei das Weibchen 3–5 Eier legt und diese etwa zwei Wochen bebrütet. Die Jungvögel verlassen das Nest bereits nach etwa 10 Tagen und sind mit drei Wochen flugfähig. In günstigen Jahren sind zwei bis drei Bruten möglich.
Die Nahrung der Feldlerche ist vielseitig und besteht aus Samen, Blättern, Trieben und in der Brutzeit auch aus Insekten und kleinen Spinnen, die eine wichtige Eiweißquelle für die Jungen darstellen.
Die Art ist in Europa weit verbreitet, ihre Bestände sind jedoch in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Hauptgründe sind die Intensivierung der Landwirtschaft, der Verlust von Brachflächen und der Einsatz von Pestiziden, die die Nahrungsverfügbarkeit verringern. Feldlerchen sind Standvögel oder Kurzstreckenzieher – während Populationen in wärmeren Regionen das ganze Jahr über in ihren Brutgebieten verbleiben, ziehen nördliche Vögel im Winter in mildere Gebiete Südeuropas oder Nordafrikas. Trotz ihres Rückgangs ist die Feldlerche aufgrund ihres typischen Gesangs und ihrer weiten Verbreitung ein symbolträchtiger Vogel der Agrarlandschaft geblieben.