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Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus)

Der Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus) ist ein kleiner Singvogel aus der Familie der Rohrsänger. Er erreicht eine Körperlänge von etwa 12–14 cm, eine Flügelspannweite von 17–21 cm und wiegt zwischen 10 und 15 g. Sein Gefieder ist oberseits braun mit dunkler Längsstrichelung und helleren Rändern, während die Unterseite cremeweiß bis gelblich gefärbt ist. Auffällig ist der helle Überaugenstreif, der sich deutlich von der dunklen Kopfzeichnung abhebt. Der Schnabel ist schmal und spitz, typisch für insektenfressende Vogelarten.

Schilfrohrsänger bevorzugen feuchte Lebensräume mit dichtem Bewuchs, insbesondere Röhrichte, sumpfige Wiesen, Flussufer und nasse Brachen. Sie sind geschickte Kletterer und bewegen sich flink durch dichtes Schilf. Ihr Gesang ist laut, variantenreich und enthält viele schnelle, kratzende und schnalzende Laute sowie Imitationen anderer Vogelarten. Er ist oft schon in der Dämmerung und während der Nacht zu hören.

Als Langstreckenzieher überwintert der Schilfrohrsänger in Afrika südlich der Sahara. Im Frühjahr kehrt er in seine Brutgebiete in Europa und Westasien zurück. Die Brutzeit beginnt im Mai, das Nest wird gut versteckt in dichten Schilfbeständen oder niedriger Vegetation errichtet. Das Weibchen legt 4–6 Eier, die es rund zwei Wochen bebrütet. Die Jungvögel verlassen nach etwa 10 Tagen das Nest, werden aber noch einige Zeit von den Eltern gefüttert.

Die Nahrung des Schilfrohrsängers besteht hauptsächlich aus Insekten, Spinnen und kleinen Weichtieren, die er geschickt in der Vegetation aufspürt. Während des Herbstzugs ergänzen auch Beeren seine Ernährung. Obwohl die Art in vielen Feuchtgebieten noch häufig ist, sind ihre Bestände durch Lebensraumverlust, Trockenlegung von Feuchtgebieten und den Rückgang von Insekten bedroht. Schutzmaßnahmen wie der Erhalt und die Renaturierung von Röhrichten sind entscheidend für ihren langfristigen Bestand.