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Wiesenpieper (Anthus pratensis)

Der Wiesenpieper (Anthus pratensis) ist ein schlanker, unauffällig gefärbter Singvogel aus der Familie der Stelzenverwandten. Er erreicht eine Körperlänge von etwa 14–15 cm, eine Flügelspannweite von 22–25 cm und ein Gewicht von 15–25 g. Sein Gefieder ist oberseits olivbraun mit dunkler Längsstrichelung, während die Unterseite heller, meist gelblich oder weißlich mit ebenfalls deutlicher Strichelung ist. Die Beine sind rosa- bis fleischfarben, und der dünne, spitze Schnabel ist perfekt an seine insektivore Ernährung angepasst.

Der Wiesenpieper bevorzugt offene, feuchte Graslandschaften wie Wiesen, Moore, Heideflächen und extensiv genutztes Weideland. Er ist ein Bodenbrüter und baut sein Nest gut versteckt in niedriger Vegetation. Die Brutzeit beginnt im April, das Weibchen legt 4–6 Eier, die es rund zwei Wochen bebrütet. Nach dem Schlüpfen werden die Küken von beiden Eltern gefüttert und verlassen das Nest nach etwa 12 Tagen. Oft sind zwei Jahresbruten möglich.

Besonders auffällig ist sein Singflug: Das Männchen steigt trillernd in die Luft und segelt mit ausgebreiteten Flügeln und gespreiztem Schwanz langsam herab. Dies dient der Reviermarkierung und der Balz. Wiesenpieper ernähren sich vor allem von Insekten, Spinnen und kleinen Schnecken, nehmen aber im Herbst auch Samen und Beeren zu sich.

Der Wiesenpieper ist ein Teilzieher, wobei nördliche Populationen im Winter nach Südeuropa oder Nordafrika ziehen, während südlichere Vögel in ihrem Brutgebiet bleiben. In vielen Regionen sind seine Bestände rückläufig, vor allem durch die Intensivierung der Landwirtschaft, Lebensraumverlust und den Rückgang von Insekten. Extensive Bewirtschaftung und der Erhalt von Feuchtwiesen sind wichtige Schutzmaßnahmen für diese Art.