Blässgans (Anser albifrons)
Die Blässgans (Anser albifrons) ist eine mittelgroße Gänseart mit einer Körperlänge von 64–78 cm, einer Flügelspannweite von 130–165 cm und einem Gewicht zwischen 1,8 und 3,5 kg. Sie ist an ihrem namensgebenden weißen Stirnfleck („Blässe“) über dem orangefarbenen bis rosafarbenen Schnabel gut zu erkennen. Das Gefieder ist überwiegend graubraun mit dunklen Querbändern auf der Unterseite, während die Beine auffällig orange gefärbt sind.
Diese Zugvogelart brütet in der arktischen Tundra Eurasiens und Nordamerikas. In Europa gibt es mehrere Unterarten, die sich in Größe und Schnabelfarbe unterscheiden. Die Brutzeit beginnt im Juni, wenn das Weibchen 3–6 Eier in eine geschützte Mulde legt. Beide Eltern kümmern sich um die Küken, die nach etwa acht Wochen flügge werden.
Im Herbst ziehen Blässgänse in großen Schwärmen Richtung Süden. Die europäischen Populationen überwintern in Nordwest- und Mitteleuropa, vor allem an Küsten, in Marschlandschaften und Feuchtgebieten mit reichlich Äsungsflächen. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Gräsern, Kräutern und Getreideresten auf Feldern.
Obwohl Blässgänse lange Zeit stark bejagt wurden, haben sich ihre Bestände durch Schutzmaßnahmen stabilisiert. Dennoch sind sie durch Lebensraumverlust und Störungen in ihren Rastgebieten gefährdet. Sie lassen sich im Winterhalbjahr gut in traditionellen Sammelgebieten beobachten, wo sie oft mit anderen Gänsearten vergesellschaftet sind.