Mittelsäger (Mergus serrator)
Der Mittelsäger ist eine mittelgroße Entenart aus der Familie der Entenvögel und gehört zur Untergruppe der Säger, die für ihre schmalen, mit sägeartigen Zähnchen besetzten Schnäbel bekannt sind. Er erreicht eine Körperlänge von 52–58 cm, eine Flügelspannweite von 67–82 cm und ein Gewicht von 800–1.400 g. Männchen im Prachtkleid sind auffällig gefärbt mit einer grünlich-schwarzen Kopfpartie, einer langen, zerzausten Federhaube und einem rostbraunen Brustbereich mit feiner Strichelung. Die Weibchen sind unauffälliger braungrau gefärbt, besitzen aber ebenfalls eine Haube und einen langen, schlanken roten Schnabel.
Mittelsäger sind spezialisierte Fischjäger, die vor allem kleine Fische, Krebstiere und Wasserinsekten erbeuten. Ihr schmaler, mit Haken versehener Schnabel ermöglicht ihnen, ihre Beute unter Wasser sicher zu greifen. Sie tauchen oft in Gruppen, wobei sie ihre Beute durch gemeinsames Treiben effektiver jagen.
Die Brutgebiete des Mittelsägers liegen vor allem in nördlichen Regionen Eurasiens und Nordamerikas. Er bevorzugt klare, fischreiche Binnengewässer, Küstenlagunen oder Flussmündungen mit reicher Ufervegetation. Das Nest wird in Baumhöhlen, Felsspalten oder in geschützten Bereichen am Boden angelegt. Das Weibchen legt 6–12 Eier, die es etwa vier Wochen lang bebrütet. Die Küken sind Nestflüchter und folgen der Mutter sofort nach dem Schlüpfen ins Wasser.
Mittelsäger sind Zugvögel, die im Winter in milderen Küstengebieten und an großen, eisfreien Seen Europas, Nordamerikas und Ostasiens überwintern. Besonders an der Nord- und Ostseeküste sind sie im Winterhalbjahr häufig zu beobachten. Trotz stabiler Bestände sind sie in einigen Regionen durch Umweltverschmutzung, Überfischung und den Verlust geeigneter Brutplätze gefährdet. Schutzmaßnahmen wie der Erhalt naturnaher Uferzonen und das Angebot von Nistmöglichkeiten tragen zum Bestandserhalt bei.