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Reiherente (Aythya fuligula)

Die Reiherente ist eine mittelgroße Tauchente, die mit einer Körperlänge von 40–47 cm und einer Flügelspannweite von 65–75 cm zu den häufigeren Entenarten in Europa zählt. Sie wiegt zwischen 600 und 1.200 g. Ihr Gefieder zeigt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus: Während das Männchen eine auffällige schwarz-weiße Färbung mit metallisch glänzendem, violett-schwarzem Kopf besitzt, ist das Weibchen unauffälliger dunkelbraun gefärbt. Charakteristisch für beide Geschlechter ist die kleine, nach hinten abstehende Federholle am Hinterkopf. Der Schnabel ist blaugrau mit einer schwarzen Spitze, die Augen leuchten in einem markanten Gelbton.

Als typische Tauchente ist die Reiherente hervorragend an das Leben auf und unter Wasser angepasst. Ihre kräftigen Beine, die weit hinten am Körper sitzen, ermöglichen effiziente Tauchgänge, bei denen sie nach Nahrung sucht. Sie ernährt sich hauptsächlich von Muscheln, Schnecken, Krebstieren sowie Wasserpflanzen und taucht oft bis zu fünf Meter tief, um Nahrung vom Gewässerboden aufzunehmen.

Die Reiherente bewohnt bevorzugt nährstoffreiche Stillgewässer, wie Seen, Teiche und Altwasserarme, aber auch langsam fließende Flüsse mit ausreichend Vegetation. Während der Brutzeit von April bis Juli baut das Weibchen ein Nest im dichten Schilf oder unter Uferbüschen und legt 6–11 Eier. Die Küken sind Nestflüchter und folgen der Mutter direkt nach dem Schlüpfen ins Wasser.

Außerhalb der Brutzeit schließen sich Reiherenten oft zu großen Schwärmen zusammen, besonders in den Wintermonaten. Sie gehören zu den Teilziehern: Während die Populationen aus West- und Mitteleuropa oft im Brutgebiet bleiben, ziehen viele Vögel aus Nordeuropa und Russland im Herbst in wärmere Regionen Südeuropas oder bis nach Nordafrika. Dank ihrer hohen Anpassungsfähigkeit und ihres breiten Nahrungsspektrums hat die Reiherente sich als eine der häufigsten Entenarten Europas etabliert.