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Rothalsgans (Branta ruficollis)

Die Rothalsgans ist eine kleine, auffallend gefärbte Gans aus der Gattung der Meergänse und gilt als eine der farbenprächtigsten Gänsearten der Welt. Sie erreicht eine Körperlänge von etwa 53 bis 56 cm und eine Flügelspannweite von rund 110 bis 135 cm. Mit einem Gewicht von ungefähr 1,0 bis 1,7 kg ist sie deutlich kleiner als viele andere Gänsearten. Ihr Gefieder ist kontrastreich gefärbt: Kopf, Rücken und Brust sind überwiegend schwarz, während Kehle und Halsseiten eine leuchtend rostrote bis kastanienrote Färbung zeigen. Diese roten Partien sind von schmalen weißen Linien eingerahmt, wodurch das charakteristische Muster entsteht. Auch an den Flanken befinden sich weiße Zeichnungen, die im Flug gut sichtbar sind.

Die Art brütet in der arktischen Tundra Westsibiriens, vor allem auf der Jamal- und Gydan-Halbinsel. Dort bevorzugt sie offene Tundralandschaften mit Flüssen, Seen und sumpfigen Bereichen. Häufig legt sie ihre Nester in der Nähe von Greifvögeln wie Wanderfalken oder Schnee-Eulen an, da diese größere Fressfeinde wie Füchse fernhalten können. Das Nest wird meist am Boden in dichter Vegetation angelegt. Ein Gelege besteht gewöhnlich aus vier bis sieben Eiern, die etwa 23 bis 25 Tage bebrütet werden. Die Küken verlassen kurz nach dem Schlüpfen das Nest und folgen den Eltern zu Nahrungsflächen.

Rothalsgänse ernähren sich hauptsächlich von Pflanzenmaterial. Dazu gehören Gräser, Kräuter, Blätter und im Winter auch landwirtschaftliche Kulturen wie Getreide oder Raps. Während der Brutzeit suchen sie bevorzugt nährstoffreiche Pflanzen der Tundra auf, während sie im Winter häufig auf landwirtschaftlichen Flächen in großen Schwärmen grasen.

Im Herbst ziehen Rothalsgänse in großen Gruppen nach Südosten Europas. Die wichtigsten Überwinterungsgebiete liegen rund um das Schwarze Meer, besonders in Rumänien und Bulgarien. Während des Zuges können sie gelegentlich auch in Mitteleuropa beobachtet werden, meist zusammen mit Bläss- oder Nonnengänsen.

Die Rothalsgans gilt weltweit als gefährdet. Hauptbedrohungen sind Veränderungen der Landwirtschaft in den Überwinterungsgebieten, Störungen durch Menschen sowie Klimaveränderungen, die die arktischen Brutgebiete beeinflussen können. Internationale Schutzprogramme und Schutzgebiete entlang der Zugrouten sind daher wichtig für den Erhalt dieser auffälligen Gänseart.