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Rothalstaucher (Podiceps grisegena)

Der Rothalstaucher ist ein mittelgroßer Vertreter der Lappentaucher und erreicht eine Körperlänge von etwa 40–50 cm sowie eine Flügelspannweite von 77–85 cm. Sein Gewicht liegt zwischen 700 und 1.600 g. Sein Erscheinungsbild variiert stark zwischen Sommer- und Winterkleid: Während er in der Brutzeit durch seinen namensgebenden kastanienroten Hals, den dunklen Kopf mit auffälliger weißer Wangenpartie und den langen, spitzen, gelblichen Schnabel auffällt, wirkt er außerhalb der Brutzeit unscheinbarer mit einem überwiegend graubraunen Gefieder und hellerem Unterbauch.

Als hervorragender Taucher ist der Rothalstaucher an ein Leben im Wasser perfekt angepasst. Seine Füße mit lappenartigen Zehen sitzen weit hinten am Körper, wodurch er sich unter Wasser besonders effizient fortbewegen kann. Seine Nahrung besteht überwiegend aus kleinen Fischen, Insektenlarven, Krebstieren und Weichtieren, die er durch schnelle Tauchgänge erbeutet.

Der Rothalstaucher bewohnt bevorzugt flache, pflanzenreiche Gewässer wie Seen, Teiche und ruhige Flussabschnitte. Zur Brutzeit von April bis Juli baut er gemeinsam mit seinem Partner ein schwimmendes Nest aus Pflanzenteilen, das meist in dichten Schilfzonen verborgen liegt. Das Weibchen legt 3–5 Eier, die von beiden Eltern etwa drei Wochen bebrütet werden. Die Küken sind Nestflüchter und können schon kurz nach dem Schlüpfen schwimmen, oft werden sie aber in den ersten Tagen auf dem Rücken eines Elternteils getragen.

In Europa kommt der Rothalstaucher vor allem in gemäßigten und nördlichen Regionen vor, von Großbritannien über Skandinavien bis nach Russland. Die mitteleuropäischen Brutvögel sind meist Standvögel oder Kurzstreckenzieher, während die Populationen aus dem Osten und Norden im Winter nach Südeuropa, an die Küsten des Mittelmeers oder bis nach Westasien ziehen. Obwohl die Art vielerorts stabil ist, kann die Zerstörung von Feuchtgebieten durch Entwässerung und intensive Landwirtschaft lokal zu Bestandsrückgängen führen.