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Zwergschwan (Cygnus columbianus bewickii)

Der Zwergschwan ist die kleinste in Europa regelmäßig auftretende Schwanenart und ein graziler, hocharktischer Zugvogel aus der Familie der Entenvögel (Anatidae). Mit einer Körperlänge von etwa 115 bis 127 cm und einer Flügelspannweite von rund 170 bis 195 cm ist er deutlich kleiner und kompakter gebaut als der Höckerschwan oder Singschwan. Das Gefieder ist reinweiß, die Beine schwarz. Besonders kennzeichnend ist der Schnabel: Er ist überwiegend schwarz mit einem variabel großen, gelben Fleck an der Schnabelbasis, der individuell unterschiedlich geformt ist und eine sichere Unterscheidung zum Singschwan erlaubt. Der Hals ist relativ kurz und wirkt kräftig, der Kopf rundlich.

Der Zwergschwan brütet in der arktischen Tundra Nordrusslands und Westsibiriens, meist an flachen Seen, Tümpeln und Feuchtgebieten. Nach der Brutzeit ziehen die Vögel im Herbst in ihre Überwinterungsgebiete in Nordwest- und Mitteleuropa. Wichtige Winterquartiere liegen in den Niederlanden, Norddeutschland, Dänemark und Großbritannien. In Deutschland ist der Zwergschwan ein regelmäßiger, aber meist in kleinen Trupps auftretender Wintergast, vor allem in küstennahen Regionen, an großen Seen und in Flussniederungen.

Die Nahrung besteht überwiegend aus pflanzlichem Material. In den Brutgebieten frisst der Zwergschwan Wasserpflanzen, Gräser und Moose, während er im Winter verstärkt auf landwirtschaftlichen Flächen nach Ernteresten, Wintergetreide, Raps und Zuckerrüben sucht. Die Vögel sind dabei gesellig und halten sich oft in Familienverbänden oder größeren Schwärmen auf. Ihre Rufe sind weich und melodisch, höher und weniger trompetend als die des Singschwans.

Die Brut erfolgt bodennah in der Tundra. Das Nest wird aus Pflanzenmaterial auf leicht erhöhten Stellen errichtet. Das Gelege umfasst meist 3 bis 5 Eier, die vom Weibchen rund 30 Tage bebrütet werden. Die Jungvögel sind Nestflüchter und werden von beiden Eltern geführt. Zwergschwäne sind sehr standorttreu und nutzen oft über Jahre dieselben Zugrouten und Wintergebiete.

Der Zwergschwan gilt insgesamt als nicht gefährdet, ist jedoch auf störungsarme Rast- und Überwinterungsgebiete angewiesen. Der Schutz großflächiger Feuchtgebiete und traditioneller Rastplätze ist daher entscheidend für den langfristigen Erhalt der Art.