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Ampfereule (Acronicta rumicis)

Die Ampfereule ist ein mittelgroßer Nachtfalter aus der Familie der Eulenfalter (Noctuidae) und gehört zu den häufigeren Arten Mitteleuropas. Ihre Flügelspannweite beträgt etwa 30 bis 40 Millimeter. Die Vorderflügel sind grau bis graubraun gefärbt und zeigen ein charakteristisches Muster aus dunklen Wellenlinien, Flecken und Schatten, die eine ausgezeichnete Tarnung auf Baumrinde oder Stein bieten. Auffällig ist das helle, nierenförmige Fleckmuster (Reniform-Stigma) in der Flügelmitte. Die Hinterflügel sind hellgrau bis weißlich mit dunkler Randbinde, bei den Weibchen meist etwas dunkler als bei den Männchen.

Die Art ist in weiten Teilen Europas bis nach Asien verbreitet und besiedelt unterschiedlichste Lebensräume: Wiesen, Wegränder, Waldränder, Gärten, Brachflächen und extensiv genutzte Kulturlandschaften. Die Falter fliegen in zwei Generationen von Mai bis September. Sie sind nachtaktiv und werden stark von künstlichen Lichtquellen angezogen. Tagsüber ruhen sie gut getarnt an Baumstämmen oder Zäunen.

Die Raupen der Ampfereule gehören zu den auffälligsten unter den heimischen Nachtfaltern. Sie erreichen bis zu 40 Millimeter Länge, sind schwarz mit leuchtend orangegelben Seitenstreifen und tragen dichte, weiße Borstenbüschel. Ihre Färbung wirkt warnend, obwohl sie harmlos ist. Die Raupen leben an verschiedenen Kräutern, bevorzugt an Ampferarten (Rumex), Brennnesseln, Disteln, Beinwell und Labkraut. Sie sind von Juli bis Oktober zu finden und überwintern als Puppe im Boden. Die Verpuppung erfolgt in einem festen, erdverkrusteten Kokon.

Die Ampfereule ist ökologisch bedeutsam, da ihre Raupen in vielen Wiesen- und Saumbiotopen als Teil der Nahrungskette dienen. Die Art ist anpassungsfähig und daher nicht gefährdet, kann aber lokal durch Verlust ungestörter Vegetationsflächen zurückgehen.