Brombeerspinner (Macrothylacia rubi)
Der Brombeerspinner ist ein mittelgroßer Nachtfalter aus der Familie der Glucken (Lasiocampidae), der durch seine kräftige Gestalt und den dichten Pelz auf Körper und Flügeln auffällt. Die Flügelspannweite beträgt 40 bis 65 Millimeter. Männchen und Weibchen unterscheiden sich deutlich: Die Männchen sind kleiner, besitzen gefiederte Fühler und zeigen eine rötlichbraune bis kastanienbraune Grundfärbung mit zwei hellen, welligen Querlinien auf den Vorderflügeln. Weibchen sind meist größer, heller graubraun und fliegen träger. Die Unterseite ist bei beiden Geschlechtern heller und fein behaart.
Das Verbreitungsgebiet des Brombeerspinners umfasst weite Teile Europas bis nach Zentralasien. Er bevorzugt lichte Wälder, Heiden, Waldränder, Buschlandschaften und brachliegende Flächen, besonders dort, wo Brombeeren (Rubus fruticosus) und andere Rosengewächse wachsen. Der Flugzeitraum liegt von Mai bis Juli, wobei die Männchen tag- und dämmerungsaktiv sind und mit raschem Flug nach den meist nachtaktiven Weibchen suchen.
Die Raupe des Brombeerspinners ist auffällig behaart und erreicht bis zu acht Zentimeter Länge. Sie trägt dichte, lange, braune bis schwarze Haare mit orangefarbenen Längsstreifen und ist dadurch unverwechselbar. Junge Raupen leben gesellig, später einzeln. Sie fressen an Brombeeren, Himbeeren, Rosen, Ginster, Heidekraut und vielen anderen krautigen Pflanzen und Sträuchern. Die Raupe überwintert mehrfach und verpuppt sich erst im darauffolgenden Frühjahr in einem festen Kokon aus Spinnseide und Pflanzenteilen im Boden oder unter Laub.
Der Brombeerspinner gilt als robust und weit verbreitet, leidet aber lokal unter Lebensraumverlust durch Verbuschung oder intensive Bewirtschaftung. Wegen seiner auffälligen Raupen ist er in vielen Regionen auch bei Naturbeobachtern und Schulprojekten bekannt.