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Grüneule 1
Grüneule 1 -

Grüneule (Calamia tridens)

Die Grüneule, auch als Dreizahn-Grüneule bezeichnet, ist ein auffällig gefärbter Nachtfalter aus der Familie der Eulenfalter (Noctuidae). Sie ist in weiten Teilen Europas verbreitet, von der Iberischen Halbinsel über Mitteleuropa bis nach Westasien. Ihr bevorzugter Lebensraum sind feuchte Wiesen, Moore, Gräbenränder, Flussauen und Waldränder – Gebiete mit dichter Vegetation und hohem Grasbestand.

Mit einer Flügelspannweite von etwa 28–34 mm gehört die Grüneule zu den mittelgroßen Vertretern der Eulenfalter. Ihre Vorderflügel sind leuchtend grün gefärbt, wobei die Intensität der Farbe je nach Individuum und Alter variiert. Die grüne Grundfärbung wird durch feine, silbrig-weiße und braune Zeichnungen unterbrochen, die ihr ein moosartiges Tarnmuster verleihen. Charakteristisch ist das hellere, oft leicht gezähnte Querband in der Flügelmitte, das der Art den Namen „Dreizahn-Grüneule“ eingebracht hat. Die Hinterflügel sind unauffällig graubraun und bei ruhender Haltung meist verdeckt.

Die Falter fliegen in einer Generation von Juni bis August, hauptsächlich in der Dämmerung und nachts. Tagsüber ruhen sie gut getarnt in der Vegetation, wo ihre grüne Färbung sie nahezu unsichtbar macht. Sie werden häufig von künstlichem Licht angezogen. Die Raupen leben ab Herbst an verschiedenen Süßgräsern (Poaceae), darunter Seggen, Binsen und Schilfarten. Sie sind gelblich bis bräunlich mit feiner dunkler Punktierung und überwintern am Boden, bevor sie sich im Frühjahr weiterentwickeln und im Mai verpuppen.

Die Grüneule gilt als Indikatorart für feuchte, extensiv genutzte Lebensräume. Obwohl sie in vielen Regionen noch verbreitet ist, gehen ihre Bestände lokal durch Trockenlegung, intensive Landwirtschaft und Habitatverlust zurück. Ihre Farbgebung und Lebensweise machen sie zu einem faszinierenden Beispiel für Tarnanpassung bei Nachtfaltern.