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Kamel-Zahnspinner 1
Kamel-Zahnspinner 1 -

Kamel-Zahnspinner (D)

Der Kamel-Zahnspinner ist ein mittelgroßer Nachtfalter aus der Familie der Zahnspinner (Notodontidae) und gehört zu den typischen Bewohnern mitteleuropäischer Laubwälder. Sein Verbreitungsgebiet reicht von West- und Mitteleuropa über den Kaukasus bis nach Westsibirien. In Deutschland ist er weit verbreitet, besonders in Laub- und Mischwäldern, Parkanlagen und baumreichen Gärten.

Mit einer Flügelspannweite von 35–45 mm zeigt der Kamelzahnspinner eine markante, an Laub und Rinde hervorragend angepasste Tarnfärbung. Die Vorderflügel sind graubraun bis rötlichbraun und besitzen eine unregelmäßige, dunkle Querzeichnung mit feinen Zackenlinien. Charakteristisch ist der deutliche, zahnförmige Fortsatz an der Vorderflügelbasis, der im Ruhezustand wie ein kleiner Höcker hervorsteht – das namensgebende „Kamelzahn“-Merkmal. Die Hinterflügel sind heller, meist grauweiß oder hellbraun. Kopf und Brust sind dicht behaart und wirken buschig, was dem Falter ein kompaktes Erscheinungsbild verleiht.

Die Falter fliegen in einer Generation von Mai bis August, meist in der Dämmerung und nachts. Tagsüber ruhen sie reglos an Baumrinde, wo sie dank ihrer perfekten Tarnung kaum zu entdecken sind. Sie werden häufig von Lichtquellen angelockt. Die Eiablage erfolgt an den Blättern verschiedener Laubbaumarten, bevorzugt an Eiche, Buche, Birke, Hasel und Weide.

Die Raupen sind auffällig gestaltet: Sie sind grün mit feinen weißen Seitenstreifen und einer leichten Krümmung des Körpers, wodurch sie an einen Dorn oder Stängel erinnern. Am auffälligsten ist ihr nach oben gebogener, „höckerartiger“ Rücken, der dem Tier einen dromedarähnlichen Umriss verleiht – eine weitere Erklärung für den Namen Kamelzahnspinner. Die Raupen fressen meist nachts und verpuppen sich im Herbst in einem lockeren Kokon am Boden, wo sie überwintern.

Der Kamelzahnspinner ist ökologisch bedeutsam, da er zur vielfältigen Insektenfauna strukturreicher Wälder beiträgt und ein wichtiger Bestandteil des Nahrungsnetzes ist. Seine Bestände gelten derzeit als stabil, doch intensive Forstwirtschaft und Monokulturen können lokale Rückgänge begünstigen.