Zimtbär (Phragmatobia fuliginosa)
Der Zimtbär ist ein auffälliger, relativ kleiner Nachtfalter aus der Familie der Bärenspinner (Erebidae, Unterfamilie Arctiinae) und ein typischer Vertreter strukturreicher, naturnaher Lebensräume. Mit einer Flügelspannweite von etwa 30 bis 40 Millimetern ist er deutlich kleiner als der Braune Bär, wirkt aber durch seine intensive Färbung sehr markant. Die Vorderflügel sind einfarbig zimt- bis rotbraun gefärbt und meist ohne auffällige Zeichnung, während die Hinterflügel leuchtend rot bis orange erscheinen und mit kleinen schwarzen Punkten besetzt sind. Der Körper ist dicht behaart, der Hinterleib rötlich mit dunklen Punkten. Die Färbung dient als Warnsignal gegenüber Fressfeinden, da sowohl Raupen als auch Falter ungenießbar sind.
Der Zimtbär bewohnt eine Vielzahl offener und halboffener Lebensräume. Dazu zählen Feuchtwiesen, Moore, Heiden, Waldränder, Brachen, extensiv genutzte Wiesen, Gärten und Parklandschaften. Die Falter sind überwiegend nachtaktiv, können aber gelegentlich auch tagsüber aufgescheucht werden. Die Flugzeit reicht meist von Mai bis Juli, regional auch bis in den August hinein. Nachts werden die Tiere häufig an künstlichen Lichtquellen beobachtet.
Die Raupe ist stark behaart und dunkel gefärbt, meist schwarzbraun mit rötlich-braunen Haaren, weshalb sie ebenfalls zu den sogenannten „Wollraupen“ zählt. Sie ist wenig spezialisiert und frisst an einer großen Bandbreite von krautigen Pflanzen, darunter Löwenzahn, Wegerich, Ampfer, Brennnessel, Kletten, Disteln und verschiedene Gräser. Die Raupen überwintern und setzen ihre Entwicklung im Frühjahr fort, bevor sie sich in einem lockeren Kokon in Bodennähe verpuppen.