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Hornisse (Vespa crabro)

Die Hornisse ist die größte heimische Faltenwespe Europas und gehört zur Familie der Echten Wespen (Vespidae). Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Europas und Asiens bis nach Japan. In Mitteleuropa ist die Europäische Hornisse (Vespa crabro) die einzige natürlich vorkommende Art ihrer Gattung. Sie bewohnt bevorzugt waldrandnahe, parkartige Landschaften mit altem Baumbestand, Gärten und Streuobstwiesen, wo sie ausreichend Nistmöglichkeiten und Insektennahrung findet.

Königinnen erreichen eine Körperlänge von 25–35 mm, Arbeiterinnen etwa 18–25 mm, und Drohnen rund 20–28 mm. Damit ist die Hornisse deutlich größer als andere heimische Wespenarten. Ihr Körper ist robust gebaut und zeigt eine charakteristische gelb-schwarze Zeichnung mit rotbraunem Kopf und Thorax. Die durchscheinenden Flügel schimmern bräunlich. Trotz ihrer imposanten Erscheinung gilt die Hornisse als friedfertig: Sie sticht nur, wenn das Nest oder sie selbst massiv bedroht werden. Ihr Stich ist zwar schmerzhaft, aber nicht gefährlicher als der einer Biene – allergische Reaktionen ausgenommen.

Die Königin gründet im Frühjahr (meist im Mai) ein neues Volk, indem sie ein Nest in einer Baumhöhle, einem Vogelkasten, Dachboden oder Hohlraum anlegt. Das Nest besteht aus papierartigem Material, das aus zerkauten Holzfasern hergestellt wird. Es wächst im Laufe des Sommers auf bis zu 60 cm Durchmesser an und kann 400 bis 700 Individuen beherbergen. Die Arbeiterinnen übernehmen bald Brutpflege, Nestbau und Nahrungssuche.

Hornissen sind wichtige Schädlingsbekämpfer: Sie jagen eine Vielzahl anderer Insekten – insbesondere Fliegen, Mücken und Wespen – und verfüttern diese an ihre Larven. Erwachsene Tiere ernähren sich hauptsächlich von zuckerhaltigen Pflanzensäften und Fallobst. Im Herbst stirbt das Volk, nur die begatteten Jungköniginnen überwintern geschützt, um im nächsten Jahr neue Nester zu gründen.

Die Hornisse steht in Deutschland und vielen anderen Ländern unter besonderem Schutz. Ihr Rückgang in den letzten Jahrzehnten ist auf den Verlust alter Bäume, Pestizide und Verfolgung durch den Menschen zurückzuführen. Als friedfertige, ökologisch wertvolle Art verdient sie Schutz und Aufklärung über ihre tatsächliche Harmlosigkeit.