Teichhuhn (Gallinula chloropus)
Das Teichhuhn, auch Teichralle genannt, ist ein mittelgroßer Wasservogel aus der Familie der Rallen. Es erreicht eine Körperlänge von etwa 30–38 cm, eine Flügelspannweite von 50–55 cm und wiegt zwischen 250 und 400 g. Sein Gefieder ist überwiegend dunkelgrau bis schwarzbraun, mit einer weißen Flankenzeichnung und weißen Unterschwanzdecken. Der auffällige, rote Stirnschild und der leuchtend rote Schnabel mit gelber Spitze sind charakteristisch für diese Art. Die langen, grünen Beine mit verlängerten Zehen ermöglichen eine sichere Fortbewegung auf schwimmender Vegetation und im Uferbereich.
Das Teichhuhn ist ein anpassungsfähiger Vogel und besiedelt unterschiedlichste Gewässer, darunter Seen, Teiche, langsam fließende Flüsse und künstliche Wasserflächen in Parks oder Gärten. Es bevorzugt dicht bewachsene Uferzonen, in denen es sich vor Feinden verstecken kann. Die Nahrung ist vielseitig und besteht aus Wasserpflanzen, Samen, Algen, kleinen Wirbellosen und gelegentlich auch Fischen oder Aas.
Die Brutzeit beginnt ab April, und das Nest wird gut versteckt in Ufervegetation oder auf Plattformen im Wasser gebaut. Das Weibchen legt 5–10 Eier, die von beiden Eltern bebrütet werden. Die Küken sind Nestflüchter und werden nach dem Schlüpfen von den Eltern geführt. Oft brüten Teichhühner mehrmals im Jahr, und ältere Jungvögel helfen mitunter bei der Aufzucht der nachfolgenden Brut.
Teichhühner sind außerhalb der Brutzeit scheu, aber während des Winters oft in kleineren Gruppen zu sehen. Viele mitteleuropäische Populationen bleiben in ihren Brutgebieten, während nordöstliche Vögel nach Südeuropa oder Nordafrika ziehen. Trotz der Bedrohung durch Lebensraumverlust sind Teichhühner anpassungsfähig und in vielen Regionen weit verbreitet.