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Wasserralle (Rallus aquaticus)

Die Wasserralle ist ein heimlicher, schlanker Vogel aus der Familie der Rallenvögel (Rallidae), der in dichten Schilf- und Röhrichtzonen lebt. Mit einer Körperlänge von 22 bis 28 cm und einer Flügelspannweite von etwa 38 bis 45 cm ist sie etwa so groß wie eine Drossel, wirkt aber durch ihren langen, leicht abwärts gebogenen roten Schnabel und den gestreckten Körperbau sehr charakteristisch. Das Gefieder zeigt eine kontrastreiche Musterung: Die Oberseite ist olivbraun mit schwarzen Längsflecken, die Flanken sind kräftig schwarz-weiß gebändert, die Unterseite grau, und die Unterschwanzdecken leuchten auffällig weiß. Die Beine sind graubraun, die Iris rot – ein gutes Merkmal bei erwachsenen Vögeln.

Wasserrallen bewohnen Schilfgebiete, Sümpfe, Altarme, Teiche und Feuchtwiesen mit dichter Vegetation, wo sie sich fast ausschließlich am Boden bewegen und nur selten offen zu sehen sind. Ihr Verhalten ist äußerst versteckt; oft verraten sie sich nur durch ihre markanten, an ein quiekendes Schwein erinnernden Rufe („kriiik“ oder „kuik“). Die Art ist ganzjährig in Mitteleuropa vertreten, zieht aber in strengen Wintern in mildere Regionen.

Die Nahrung besteht vorwiegend aus Kleintieren wie Insekten, Schnecken, Würmern, Amphibienlarven und kleinen Fischen, im Winter auch aus Samen und Pflanzenteilen. Wasserrallen sind geschickte Jäger, die mit dem Schnabel im Schlamm stochern oder im seichten Wasser Beute aufspüren.

Die Brutzeit beginnt im April und dauert bis Juli. Das Nest wird gut versteckt in dichter Ufervegetation gebaut, oft leicht erhöht über dem Wasser. Das Gelege umfasst 6 bis 11 cremefarbene, fein gesprenkelte Eier, die beide Eltern rund drei Wochen bebrüten. Die Küken sind Nestflüchter und werden von den Eltern geführt und bewacht.

Das Verbreitungsgebiet der Wasserralle erstreckt sich über weite Teile Europas, Asiens und Nordafrikas. In Mitteleuropa ist sie verbreitet, aber regional durch Lebensraumverlust gefährdet. Trockenlegung, Verlandung und Uferverbau führen zu Rückgängen. Schutzprogramme konzentrieren sich daher auf die Erhaltung und Wiedervernässung von Feuchtgebieten und Schilfzonen, die der Art als Brut- und Nahrungsraum dienen.